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Der einzige Weg nicht zu schwinden

Schwinden, was ist das? Schwinden ist das, wenn die Erinnerungen an einen verblassen, der einzige Weg nicht zu schwinden ist sich für die Nachwelt festzuhalten in dem man unsterblich wird. Unsterblich wird man z.B. indem man seine Geschichte aufschreibt.

 

Dafür ist dieses Blog, da ich mit meinen 25 Jahren wohl (so würde ich sagen) so viel erlebt hat wie man älterer nicht, wird das wohl eine Weile dauern, hoffentlich nicht so lange bis ich selber meine Geschichte vergessen habe.

 

Am heutigen Tage habe ich quasi wieder mal (unbeabsichtigt) Bockmist vom allerfeinsten gebaut. Dies zu erzählen, dazu komme ich irgendwann später, nämlich dann wenn meine Geschichte so weit erzählt ist. Drum gibts heute, zumindest jetzt ein paar Gedanken die ich frierend im Nirvana aufgeschrieben habe, während ich auf Menschen gewartet habe, die sich melden wollten, es aber dann doch nicht taten (DANKE IHR 2 NETTEN MENSCHEN).

 

4.12.2008 ....und natürlich weiß ich nicht was ich dir, Christopher und mir angetan habe. Ich wollte doch nur das wir eine Familie sind. Wieder habe ich Schuld an allem, so, ja genau so wie damals vor 8 Jahren. Dabei habe ich es doch wieder nur gut gemeint, so wie damals. Auch damals haben wir um Hilfe geschrieen, der eine Laut, der andere Stumm, auch damals hat niemand geholfen oder unsere Schreie gehört, so wie jetzt. Damals hatte ich dann plötzlich den Mut laut zu schreien, so wie heute, jemand hat es gehört, so wie heute, damals ging alles in die Brüche, jeder aber wurde für sich Glücklich, heute, weiß ich nicht wie es ausgeht. Für mich gibt es kein Glück, kein Leid, keine Trauer, keine Freude, nur das Gefühl befreit zu sein. Jetzt ist Hilfe da, Hilfe die nicht gekommen wäre, wenn ich nicht laut geschrieen hätte, auch wenn du sagst, das ich damit alles kaputt gemacht hätte

Glücklich war ich immer, jederzeit, mein Glück sollte Christopher bekommen, wahrscheinlich ist es für immer verloren gegangen. Durch eine Tat, die aus meinem tiefsten Inneren ausgebrochen ist, ausgebrochen aus einem Herz, das verlernt hat zu sprechen und plötzlich so laut schreien konnte, aus einem Herz das still hingenommen hat, was immer kam. Ein Herz, das keinen Körper regiert hat, der Verstand hat gesagt, wann es Zeit zum weinen oder zum lachen ist. Der Verstand, der einem Körper mit stummem Herzen befahl was er zu tun hat.

Lieben verlernt, nie gekonnt oder nie gewollt ist die Frage die sich der Verstand dauernd stellt. Eine Frage, die der Verstand nicht beantworten kann, sage ich. Ist LIebe nur eine Verkettung von dummen Gefühlen und Hormonen von 2 Leuten die alleine sind, es aber nicht sein können und wollen? Liebe ein Gefühl das ein Stummes Herz schreien lässt!? Liebe ein Gefühl, das ein Stummes Herz empfindet wenn es sieht was aus Liebe gewachsen ist? Liebe etwas merkwürdiges, eine Bindung zwischen Herzen die sich treffen, in Sekunden entschieden und für ewig versiegelt? 

Sie ist das was mich provozieren lässt, was mich Dinge tun lässt die ich nicht will, die aber scheinbar sein müssen, wenn sie vielleicht auch verkehrt sind, die mir selbst leid tun und es aber doch auch nicht tun.

 

Zu schwach war ich diesen Dingen ein Ende zu setzen, bestraft jetzt durch fehlenden Mut. Wieder werde ich Dinge tun, tun müssen - wie lange lebt man, so lange man kann und keinen Mut hat. Ich? Lange genug für die Ewigkeit, so lange um nicht zu schwinden, so lange bis all das in Worten geschrieben steht was in Worten zu stehen gehört. So lange bis Christopher versteht was passiert ist. Wofür es gut oder auch nicht gut war. So lange bis mein Herz ein Danke fühlt - und wenn es wieder 8 Jahre dauert

4.12.08 19:05


Wie lange schon?

Ich sitze hier, es ist Samstag, 11:33, der Nikolaustag. Bilder, Gespräche und Gefühle schießen durch mich, wann bist du gegangen? Seit wann seid ihr weg? Das Gefühl in mir was richtiges Getan zu haben wird immer größer, die Zweifel an der Falschheit meines Handelns immer kleiner. Es geht nur mit Hilfe von außen, der Verdacht den ich schon lange Zeit hegte verfestigt sich in mir, er nimmt Formen an. Ich kenne deine Handlungen, deine Impulsivität, deine Reaktionen, ich kann Voraussagen was passiert, wie du reagierst, wenn du eine Aktion erlebst.

Der traurigste Nikolaustag in meinem Leben. Nichts feierliches, pure, klare, einsame Realität. Das Gefühl versagt zu haben, mit einem flackernden faden Schein von Hoffnung doch nicht versagt zu haben.

Ich hab Angst, Angst davor das du zurückkommst, obwohl ich dich auch ein wenig vermisse. Am meisten vermisse ich Christopher, ihn nicht zu hören, nicht zu fühlen und nicht zu sehen, verletzt mein Herz. Ich bin mir über meine Gefühle zu dir sehr unbewusst, ich denke dazu haben die Distanz die jetzt zwischen uns liegt geführt. Ich bin mir unschlüssig, ob ich alle meine Sachen wieder in Kisten packen soll, das du eine leere Wohnung wiederfindest wenn ihr zurückkommt oder ob ich bleiben soll, voller Angst darauf wartend ob sich was ändert. 

 

Vielleicht ist es genau jetzt Zeit damit anzufangen unsere Geschichte aufzuschreiben....

 

Es begann 2004, irgendwann in der Mitte des Jahres, meine Beziehung wurde zerstört in dem C einfach der Wohnung fern blieb. Ich tauschte das Schloss, damit ich nicht irgendwann in einer leeren Wohnung stand. Leider vergaß ich, das vom zweiten Schloss das ich hatte C auch einen Schlüssel hatte, also stand ich eines Abends nach der Arbeit in einer leeren Wohnung, die Zeit zwischen ihrem Fernbleiben und der leeren Wohnung schlief ich mit geladener Schreckschusspistole unterm Kopfkissen, panisch erwacht beim noch so kleinsten Geräusch, ich hasste sie Abgrundtief.

Ich lernte dich kennen als wir im Betrieb herumliefen und du alle Telefone erfassen musstest. Eine eigentlich kurze Begegnung, die mir aber zeigte das du ein interessanter Mensch bist, der sicherlich auch schon genug schlechte Erfahrungen gesammelt hatte. Eines Tages bekam ich mit, das dein Partner dir den Laufpass gab, oder war es anders herum? Jedenfalls bist du kurz darauf erschienen, hast mir erzählt das du dir eine andere Wohnung anschauen würdest und du nicht genau wüsstest wie du dort hin kommst. Ich bat mich an dich zu fahren. Wahrscheinlich war ich bzw. mein Auto der Grund warum du die schöne Wohnung in Laubenheim nicht bekommen hast, aber so weit sind wir noch nicht.

Wir sind also gefahren und haben uns die Wohnung angesehen, also nicht wir uns, sondern wir für dich, als dank für mein aufopferndes (nicht eigennütziges) Verhalten hast du mich eingeladen was beim großen M zu essen, also setzten wir unsere Reise fort nach Oppenheim, durch den Drive-In, saßen wir im Regen im Auto und aßen und erzählten, bis viele kleine Vögel um uns rum saßen und bettelten das wir ein paar Krümmel aus dem Auto preisgaben, was wir natürlich auch taten. Es war Seelenheil, jemand mit dem ich über mein vergangenes Sprechen konnte, jemand der dir bei deiner Geschichte zuhören konnte. Ich glaube wir haben es beide sehr genossen, traurig darüber, das der Tag so schnell in Richtung Abend zog, habe ich dich auf dem Betriebsparkplatz bei deinem Auto abgesetzt und jeder von uns ist wahrscheinlich wehmütig in Richtung sein "zu Hause" aufgebrochen. Zu Hause zerfraß mich die Sehnsucht nach der tollen Unterhaltung, ich rief dich an und verinbarte das ich dich abholen würde und wir zusammen einen Ausflug machen würden. Ob es am selben Abend war, Tage oder Wochen später, das weiß ich leider heute nicht mehr. Ich kam also bei dir zu Hause an, du machtest dich fertig und zwischendurch klingelte wohl noch ein Nachbar, den du dann nach kurzer Zeit ziemlich offensichtlich rausgedrängt hast. Wir fuhren im schwarzen schnurrenden Sportwagen mit offenen Schiebedach und normaler Musik Richtung Niederwald Denkmal, es war dunkel, eine schwarze Nacht. Auf dem Parkplatz angekommen, erzählte ich dir das hier auch mal Wildschweine rumlaufen würden, du hattest schiss. Warst froh als wir auf dem Denkmal saßen und hast die Aussicht genossen....es war schön für mich...so schön, das ich es fortan jeden Abend hätte tun wollen, doch irgendwann war es Zeit zum Aufbruch nach Hause, wahrscheinlich sehr prollig habe ich dir meine Musikanlage im Auto gezeigt, und nicht nur erklärt sondern dich auch hören lassen. Mit melodischen "Melt to the Ocean" in schier fast unerträglicher Lautstärke zogen wir unsere Bahn in getrennte zu Hause. Wieder Zerfraß mich die Sehnsucht, ich glaube wir haben noch einen ähnlichen Ausflug ans deutsche Eck gemacht oder vielleicht war der auch später.

Dann kam der Tag deines Umzuges, früh morgends stand ich vor deiner Tür, wir trugen Sachen rutner, verluden sie, fuhren sie zur neuen Wohnung, die ich zwar nicht wirklich wahr genommen habe, aber trotzdem schön fand. Die Sachen wurde aufgebaut, eingeräumt und ich war irgendwann weg. Wieder zerfraß mich die Sehnsucht bis du eines Tages gefragt hast, ob ich deinen Schlafzimmerschrank noch in deine neue Wohnung fahren könnte. Gefragt, zugesagt, getan. 

Irgendwann überkam mich die Sehnsucht nach Geborgenheit, wir haben uns bis dahin wahrscheinlich schon oft unterhalten, du ludst mich ein bei dir zu schlafen, Freundschaftlich....wir lagen ordentlich in deinem Bett, irgendwann überkam mich der Wunsch dich zu küssen, was ich versuchte, aber du warst gänzlich unbeeindruckt von meinem schlechten Versuch....gut geschlafen habe ich trotzdem...nach langer Zeit das erste mal, sogar ohne geladene Waffe ;-)

Wie sich dann die Ereignisse überstürzten weiß ich nicht, jedenfalls hab ich wohl öfter bei dir geschlafen, du brachtest mir die Zeitung, wir frühstückten zusammen, alles war perfekt. Ich sollte mir eine Wohnung suchen, welche ich nach einiger Zeit auch fand, du fandest sie schön, es war eine kleine gemütliche Dachgeschosswohnung. Auch dort schliefen wir freundschaftlich zusammen ohne das etwas passierte. 

Dann kam ein Treffen meines Autoclubs, ich bat dich doch mit rüber zu kommen auf die Maaraue, erst wolltest du nicht, dann kamst du doch, es gab Leute die dich auslachten, weil du mit deinem alten matt-roten Passat ankamst, du hast dich aufgeregt, aber bist trotzdem geblieben, wegen mir. Du hast mit mir im Zelt geschlafen, musstest früh morgens los in Richtung Kirchengruppe.  Bist aber wieder gekommen, es war perfekt. 

 

Wir haben dann öfter zusammen in einem Bett geschlafen bis zu dem Tag an dem du nach München musstest, auf Tagung. Sehnsüchtig erwartete ich deine Rückkehr, ich holte dich am Bahnhof ab, es war der 13.8.2004, der Tag an dem eine Reise begann, die Abwechselungsreicher, Gefährlicher und schöner nicht sein konnte. Es war der Tag, an dem wir offiziell in meinen Augen unsere Beziehung zu einander begannen, die wahrscheinlich schon weit aus früher angefangen hat. 

 

Du hast zu deinen Vermietern gesagt, das ich Beziehungsprobleme hätte und wir nur gute Freunde wären, ich aber hin und wieder bei dir schlafe, ich habe mein Auto Straßen weiter abgestellt, bin heimlich zu dir geschlichen. Wochenends waren wir meist in meiner Wohnung. Es qar quasi unser LIebesnest, weswegen es damals schon vor allem wegen meiner nicht vorhandenen Ordnung sehr oft Streit mit dir gab. 

Irgendwann kam der große Schritt, ich brach meine Zelte in der kleinen Wohnug ab, zog zu dir, wann es genau war, kann ich dir nicht sagen, eigentlich ist es auch egal!

Es gab Diskussionen darüber das ich auch meinen Stil in deine Wohnung einbringen sollte, was ich nie tat. Es gab Diskussionen wie und was in den Keller sollte, was weg sollte etc. all das war für mich normal, mussten doch zwei Haushalte in einen verwandelt werden und ich hatte nicht wirklich einen Plan wie das ablaufen könnte. Dein Planungs und Organisationstalent erstaunte mich, immer weniger sagte ich dazu, war immer wieder erstaunt was du alles zaubern kannst und realisierte nicht das ich dich damit immer fordere. Du hast überlegt was es zu essen gab, was wir wann, wo und wie getan haben. Es kamen Weihnachtsfeste, eine Urlaubseinladung, eine Urlaubseinladung zu deiner bestandenen Prüfung. Es kamen Mahnungen für mich, böse Briefe von der Bank, so vieles was ich dir verschwiegen hatte. Ich hatte Schulden, Schulden mit C zusammen, die ich versuchte irgendwie abzuzahlen, was aber mehr einem Kampf gegen Windmühlen glich, im Grunde genommen zahlte ich doch nur die Zinsen. 

(Mir fällt gerade auf das Chronologisch etwas verschoben ist, aber im Grunde genommen tut es der Geschichte keinen Abbruch)

Du hast mich zu meinen Eltern geschliffen, das ich Ihnen meine Probleme offenbare, es hat mir weg getan, in jeder Faser meines Körpers. Sie haben geholfen, dafür sind Eltern da, waren entsetzt, aber sie haben dich in Ihn Herz geschlossen, da du Ihnen den verlorenen Sohn zurück gebracht hast. 

Mit Restschulden und hin und wieder streit kam dann der 24.September 2006, ein anderer, merkwürdiger Tag, der mein Gehirn noch heute beschäftigt. 

 

Wir hatten Streit, wahrscheinlich nur über eine Kleinigkeit (so wie immer), du bist aus dem Haus gelaufen, mit dem Bild deiner Oma in der Hand. Gelaufen Richtung Klein-Winternheim, du sagtest du würdest Abschied nehmen, dein Leben hätte keinen Sinn. Ich lief dir nach...von der Autobahnbrücke wolltest du nicht springen...du liefst weiter....irgendwo in den Feldern hast du dich dann an den Wegesrand gesetzt und unverständliches Zeug vor dich hin gebrabbelt. Du sagtest du bist nicht wichtig, du würdest nicht gebraucht und würdest alles immer nur falsch machen, dein Leben hätte keinen Sinn. Ich solle dich in Ruhe und Frieden mit dem Bild deiner Oma sterben lassen, du wolltest zu Ihr, sie sei lieb zu dir. Nach einiger Zeit kristallisierte sich für mich heraus, das alles was du willst einen Heiratsantrag ist, welchen ich dir Postwendend machte, geheiratet werden sollte nächstes Jahr, an deinem Geburtstag im Jahre 2007. Zwischendrin gab es viel Streit, weil ich es hab schleifen lassen mich im Inzeller Standesamt zu melden, du sagtest du wollest nicht mehr heiraten, vieles wurde gesagt, ob es so gemeint war, bzweifele ich. Vieles wird gesagt wenn man wütend ist. Der Tag der Tage rückte näher, der 15.1.2007 kam, morgens haben wir noch schnell einen Brautstrauss gekauft, unser Standesbeamte war mehr aufgeregt als wir. 

Hatten wir doch allen Grund dazu, sollte sich unser Leben, unsere Beziehung  und all unsere Probleme ändern. Wir utnerschrieben die Heiratsurkunde und irgendwie merkte ich schon da, das nichts änderte, klar, wir hatten einen Namen, Ringe mit einem Fehler, zu dem ich gesagt hatte ich lasse ihn entfernen (ich habs nicht gemacht) aber an unserer Situation hat sich nichts geändert, wir haben uns nicht geändert.

 

Am 15.1.2008 erfuhren wir (obwohl ich schon einige zeit gefrotzelt habe, weil deine Periode ausblieb) das wir Nachwuchs kriegen sollten. Wir entschieden uns gegen eine Abtreibung obwohl es eine Risikoschwangerschaft war.

Ich sagte, warte, wenn das mit dem Geld mit C geklärt ist, bin ich ein anderer Mensch, viel Zeit verging, der Tag des Gerichtstermines kam näher, Zweifel an mir selbst kamen auf, konnte ich gewinnen? ich gewann - halb...aber zu meinen gunsten. Geändert habe ich mich wieder nicht.

In der Zeit bis heute gabs es viele Streitigkeiten, ich weiß eigentlich bei keiner über was es ging, dennoch gab es immer welche, vielleicht doch weil wir zwei verschiedene Menschen sind?

 

Christopher hatte es in deinem Bauch schon schwer, wir haben uns oft gestritten, er wird wahrscheinlich oft in deinem Bauch geweint haben, viele Untersuchungen, fahrerei, Stress und Hektik gab es. 

Es gab Streit über die Einrichtung seines Zimmers, über das Streichen und wenn auch alles fertig sein sollte, ist es heute 11 Monate nachdem wir erfahren haben, das du schwanger bist, noch immer nicht fertig. Der Tag der Geburt kam, doch klein Christopher wollte noch ein bißchen im Karibik-warmen-Wasser bleiben. 10 Tage lang, Krankenhaus, Stress, Angst und nicht wissen was man tun kann. 

Am 2.9. fuhr ich Abends gegen 8 aus dem Krankenhaus nach Hause, nachdem du schon ein paar Tage stationär dort geblieben bist. Ich hab dich vermisst, mir Urlaub für die Zeit genommen, das ich jeden Tag bei dir sein konnte. Zu Hause angekommen, duschte ich, spülte mein Hirn noch mit Alltags-TV und legte mich dann ins Bett. keine 10 Minuten später klingelte das Telefon, "komm, es geht los", im Halbschlaf in die Hose, Pulli, Schuhe, Auto, Stadt, Krankenhaus, die Notfallration, "Hallowach" war schon getrunken, CTG, Untersuchung, Befund, kein Schmerzmittel, die schrecklichste und längste Nacht meines Leben, Schlafen im 3-Minuten Wehen-Takt, auf einem unbequemenen Stuhl, mit dem Kopf an einer Steinharten Wand, innerliches frieren vor Müdigkeit. Gedanken, wie es dem kleinen Kerl wohl geht.

Der Morgen kam, du kamst in den Kreissaal, auch hier Stunden lang nichts, der Rat eine PDA zu legen, meine größte Angst, wo du es doch nicht wolltest. Der erste Versuch ein Fehlschlag, der zweite Versuch ein Erfolg, deine Schmerzen, deine Müdigkeit, ein gefährlicher Cocktail, meine Hilflosigkeit, mein Vertrauen in deine Kraftreserven ein Wechselbad. Die Anstrengungen der Ärzte, der Hebamme und es wollte und wollte nicht. 

Der Hebammenwechsel, die Entscheidung dem kleinen Christopher und seiner total erschöpften, ausgepowerten Mama zu helfen, die Erlösung?

Es wurde geholfen, du sagtest mir nach der Geburt, du hättest "Christopher" ausgeatmet, ich konnte es nicht hören. Dann war er da, es ging so schnell, rosig, ein verformter Kopf von der Saugglocke, ihr wart so Tapfer, er hat nicht geschriehen, deine Reaktion, deine ersten vorsichtigen Berührungen, es war so schön, so perfekt, so einzigartig. Mein Danke, an Hebamme und Ärzte ging wohl in meinen Tränen unter, auch wenn ich mittlerweile weiß, das sie es gehört haben. Mein ganzes Leben so unreal, so entfernt, als würde man träumen. 

Ich war der glücklichste und zugleich der traurigste Mensch auf der Erde, glücklich darüber, das unser Sohn endlich da ist, gesund und munter, durch die Gegend guckte. Der traurigste, weil ich wusste, das auch dieses Ereignis uns nicht helfen wird. Das sich wieder nichts ändert. Angst davor zu versagen. Kein guter Papa und keine gute Familie sein zu können!

3 Monate und 3 Tage später, heute. Du bist nicht hier, ihr seid nicht hier. Es ist Nikolaustag, ein festlicher, ein schöner Tag. Nicht für mich. Wir haben uns seid der kleine Christopher auf der Welt ist gestritten, zweimal bin ich halb ausgezogen und wieder gekommen, ich hab kapituliert, mich selbst aufgegeben. Es kann nicht so weiter gehen, wir brauchen Hilfe. Hals über Kopf rief ich Susanne an, bat sie um Hilfe, sie brachte Adresse, wir ignoerierten sie, du sagst, du brauchst keine Hilfe. Ich rief sie wieder an, ich wusste in meiner Not, in meiner Verzweifelung und Aussichtslosigkeit nicht was ich tat. Ich denke das es gut war, hoffe ich, trotzdem habe ich Tränen in den Augen. Es gab ein Gespräch, zwischen dir, deinen Eltern und Susanne, ich war ausgeschlossen, habe drauf gewartet endlich eine Nachricht zu bekommen. Es gab Leute die sagten sie würden sich melden....hätte ich mich nicht gemeldet, würde ich wahrscheinlich noch heute irgendwo in der Pampas vor mich hinfrieren und denken ihr seid noch am klären. 

Du und unser kleiner Christopher, ihr seid bei deinen Eltern, um zur Ruhe zu kommen. Ich bin hier. Mit einem Zettel...Jugendamt, Frauenarzt, Rechtsanwältin, keiner erklärt mir was da steht. Wieder bin ich Hilflos, Einsam, Ängstlich, wieder voller Zweifel an mir selbst, wieder der traurigste Mensch auf der Welt. Gedanken, an schöne Zeiten, das alles hätte anders sein können nehmen mir die Kraft an das zu denken was kommt, rauben den verstand. Machen mir Gefühle, die keine guten sind. Die leere, das rauschen des Lüfters am Laptop, während ich diese Zeilen schreibe, die wahrscheinlich niemand je lesen wird, das knacken der Heizungsrohre, die vorbeifahrenden Autos. Es ist unsere Geschichte, meine, deine, Christophers, eine unendlich traurige Geschichte, die damit begann, als sich zwei Menschen trafen, die nie wieder unglücklich und traurig sein wollten, die voller Hoffnung waren, ein neues, ein besseres, ein schöneres und unbesorgteres Leben zu haben und es bis heute nicht erreichten und wahrscheinlich nie erreichen werden.

Es ist unsere Geschichte, die Geschichte davon, das der Weg von hier bis zum Mond und wieder zurück, nicht so lang ist, das er unendlich ist. Die Geschichte die heißt "Weißt du eigentlich wie lieb ich dich habe" in der niemand weiß, wie sehr der eine den anderen lieb hat. Eine Geschichte von einem Wesen, das auf die Welt kommt, von zwei Menschen geliebt wird die sich scheinbar gegenseitig nicht lieben können. 

 

Es ist eine der vielen Geschichten, die das Leben schreibt, geschichten, die wahrscheinlich nie zu Ende geschrieben werden und für die sich nie jemand interssiert. Geschichten die mit Sicherheit jeden Tag irgendwo aufs neue angefangen werden um nie beendet zu werden.

 

Aber sie ist nun unsterblich und kann nicht schwinden, und da mein Herz und meine Seele an dieser Geschichte hängen wird es schlagen bis es alt und grau ist und vielleicht mit der Weisheit des Alters versteht, warum es so viele solcher Geschichten gibt.

 

 

To be continued....

 

 

 

6.12.08 13:16


Du sagtest du nimmst mir meinen Sohn nicht weg, ich frage mich gerade wo er ist....hier ist er nicht, ich weiß nicht was los ist, ich kann ihn nicht höeren, nicht sehen und nicht riechen.

Überlegungen schleichen durch meinen Kopf, sehe ich ihn wieder, sehe ich euch wieder? Soll es überhaupt eine Zukunft geben?

Wäre es nicht besser ihr würdet ihm später einfach erzählen ihr wisst nicht wo sein Papa ist? Statt zu sagen, tja, Papa und Mama, haben sich nicht mehr lieb!? 

Ich denke das ich fühlen kann, was du denkst, das du keine gemeinsame Zukunft mit mir, mit uns willst, das es dir besser gehen würde ohne mich und ich denke das mit dem was ich fühle ich das richtige fühle. Du wirst gerade so denken...ich bin mir sicher das ich es fühle......

6.12.08 16:05


Wer....

Wer bin ich, was will ich, was bin ich, wo will ich hin? Viele Fragen und keine Antwort. Ich weiß es selbst nicht, habe mich vielleicht selbst verloren, zu oft und zu weit für andere verbogen, mich geändert, mich getauscht, in eine Rolle geschlüpt die ich nicht war.

Wer bin ich, was will ich, was bin ich, wo will ich hin? Viele Fragen, aber eine Antwort kann mir niemand geben.

6.12.08 16:11





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